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Zum Ende der Seite springen Karate Kid  

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Tenshira Tenshira ist weiblich
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Daumen hoch! Karate Kid Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Okay, wir alle wissen: es sollte eigentlich Kung Fu Kid heissen.
Im Film wird übrigens dankenswerterweise nur über Kung Fu gesprochen und Hauptdarsteller Jaden Smith aka Dre Parker weißt seine Film-Mutter sogar daraufhin, dass es Kung Fu und nicht Karate ist, welches im fernen China gelehrt wird.

Aber im Zuge der momentanen Revival- und Recycling-Welle sämtlicher Achtziger-Jahre-Klassiker brauchte man vermutlich einen zugkräftigen, bekannten Titel. Evt. klischeebehaftete Titel wie:
Young American Kung Fu Warrior oder American Rasta Kid goes Kung Fu kamen demnach nicht in die Tüte.

Die Story ist die gleiche wie seinerzeit im Klassiker Karate Kid aus dem Jahr 1982 mit Ralph Maccio und „Pat“ Morita: Junge zieht mit Mutter in eine fremde Stadt, kriegt an neuer Schule direkt Ärger mit Schülergang, die Kampfsport beherrscht. Hilfe bekommt unbedarfter Junge von unscheinbaren japan. Hausmeister, der sich als wahrer Kampfsportexperte entpuppt. Dieser bereitet Jungen auf großes Turnier vor, welches Junge gewinnt und Respekt bei seinen Gegnern erringt. Punkt, Ende der Geschichte. Gewürzt wird diese noch mit schönen fernöstlichen Weisheiten (Karate niemals für Angriff, immer nur für Verteidigung) und einem Einblick in eines der düstersten Kapitel der amerikanischen (Kriegs-)Geschichte (Japaner, die schon seit Jahren in den USA lebten, wurden zu Beginn des Krieges zwischen Japan und den USA – Stichwort Pearl Harbour – in Lager gesteckt).

Im aktuellen Remake ist es nunmehr kein 16-Jähriger sondern ein zwölfjähriger Junge namens Dre Parker aus Detroit, der mit seiner Mutter nach Peking zieht. Auch er hat extreme Anpassungsschwierigkeiten, wird der Junge zusätzlich noch mit einem völlig anderen Kulturkreis konfrontiert. Der unscheinbare Hausmeister ist hier kein Mr. Miyagi sonder ein Mr. Han, der den Knaben nach einigen Zögern und seiner Fittiche nimmt und diesen auf ein Open Kung Fu Tournament vorbereitet, wo er seine Ehre verteidigen soll….Gesagt, getan….es werden die üblichen Trainingsmethoden gezeigt, die mitunter recht ungewöhnlich anmuten. War es in Karate Kid noch „Auftragen! Polieren! Durch Nase einatmen…durch Mund ausatmen!“ ist es nun „Jacke ausziehen! Jacke auf Boden werden! Jacke aufheben und aufhängen!“ Dann kommen noch ein paar schöne Natur- und Monumentalbilder wie z. Bsp. die Große Mauer oder eine beeindruckende Tempelanlage in den Bergen. Ja, hier zieht man deutlich, dass China Co-Produzent dieses Films war.

Dennoch, ich muss sagen: der Film war richtig gut! Hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich wollte aus drei Gründen in den Film:

1) um zu sehen wie Hollywood den Achtziger Jahre-Klassiker völlig verwurstet

2) es in China spielt wo ich selber letztes Jahr war

3) ich den guten Jackie Chan mag


Doch ich wurde eines Besseren belehrt. Will Smith Sohn Jaden (Dre Parker) spielt den unsicheren Jungen, der völlig auf sich alleine gestellt zu sein schein, erfrischend sympathisch und kommt überzeugend rüber, dass man den Kleinen einfach gern haben muss. Ich hatte schwerste Befürchtungen, die Rolle würde à la lässiges amerikanisches Homie-Kid, dass den Chinesen mal so richtig die Coolness-Harke zeigt, ausgelegt. Zum Glück ist dies nicht passiert…wäre es aber vermutlich wenn Vater Will Smith die Hauptrolle gespielt hätte.
Jackie Chan, der den zurückhaltenden Mr. Han spielt, legt ebenfalls eine überzeugende Performance hin und man erkennt mit Staunen, dass der gute, alte Kampfhaudegen auch anderes kann als wild herumzappeln, Grimassen zu schneiden und einen auf Drunken Master zu machen: nämlich ruhig und zurückhaltend sein und sensibel und traurig.

Ebenfalls stimmt die Chemie zwischen Jaden und Jackie. Ein besseres Gespann hätte man für das Remake nicht nehmen können. Okay, die „bösen“ Schüler und deren „böser“ Kampfsport-Meister bleiben gewohnt eindimensional und klischeebelastet, stört aber nicht so wirklich.

Also, meine Empfehlung als Film-Meckertante: der Film ist gut, es lohnt sich wirklich ihn anzusehen und die Überlänge von 140 Minuten ist okay….

Ein zweiter Teil soll folgen und ich muss sagen: warum nicht? Erneut Jaden und Jackie? Cool!

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